Sitz(an)gelegenheiten

9. März 2008 bis 31. Januar 2009

Eine Ausstellung zum Sitzen.

Lieber schlecht gesessen als gut gestanden. Die Körperhaltung zwischen dem aufrechten Gang und dem Liegen ist mittlerweile ein alltägliches Massenphänomen. Wir sitzen in der Schule, bei der Arbeit, in der Freizeit. Selbst Fahrzeuge – Inbegriff der Mobilität und Fortbewegung – benutzen wir meistens sitzend. Massenhaft und dauerhaft sitzen die Menschen aber erst seit 150 Jahren.

Ob Thron, Bischofssitz oder Richterstuhl: das Recht, auf einem Stuhl zu sitzen, war stets mit der Würde eines hohen Amtes verbunden. Sitzen erhielt die Bedeutung von Herrschen.
Das 19. Jahrhundert setzte das Sitzen als Mittel der Disziplinierung ein. Das zeigt die Geschichte der Schule, der Psychiatrie oder des Strafvollzugs. Mit der Industrialisierung wuchs der Anteil an bewegungsarmen Tätigkeiten. Sitzberufe sind seither auf dem Vormarsch.

Die Ausstellung schlägt den Bogen vom bewegten Leben der Menschen in der Steinzeit bis zur heutigen Gesellschaft, die von Dauersitzen geprägt ist und die nach Möglichkeiten sucht, mehr Bewegung und Dynamik in den Büroalltag zu bringen.

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