Haus- und Sammlungsgeschichte
Die 1928 gegründete «Vereinigung für Natur und Heimat von Lenzburg und Umgebung» war eine Untergruppe der «Historischen Vereinigung Seetal». Sie nahm das Projekt Heimatmuseum an die Hand. Es folgte eine Eingabe an den Stadtrat. Motivation sei «kein kleinlicher lokalpatriotischer Ehrgeiz, sondern die tiefe Überzeugung, dass heute in der Zeit der Zersplitterung geistiger Werte und der Entwurzelung heimatlicher Kräfte eine Sammelstätte angestammten Volks- und Heimatgutes stärker denn je Not tut.»
1937 wurde das «Heimatmuseum» Wirklichkeit. Die Stadt stellte das erste Geschoss des Alten Landgerichts zur Verfügung. Der «Stiftung Heimatmuseum Lenzburg» gehörten Nold Halder, Alfred Hächler, Hans Hämmerli und Eduard Attenhofer an. 1972 musste das Alte Landgericht wegen Baumängel geschlossen werden. Das Museumsgut wurde in den alten Gemeindesaal evakuiert und dann ins Depot Schlossgut ausgelagert. 1973 fiel der Entscheid, die alte Burghalde zum Museum umzubauen. Es dauerte allerdings nochmals zehn Jahre bis der Umbau und die Renovation begann. Am 22. Juni 1985 wurde das «Museum Burghalde» eröffnet.
Die Burghalde ist ein herrschaftliches Gebäudeensemble am Rande der Lenzburger Altstadt. Es repräsentiert die Architekturstile verschiedener Epochen. Die alte Burghalde mit dem Ökonomiegebäude wurde 1628 für Hans Jakob Spengler erbaut. Im rückwärtigen Bereich des spätgotischen Wohnhauses entstand 1704/1718 ein prächtiger Saal im barocken Stil mit einer kostbaren Stuckdecke. Die neue Burghalde entstand 1793/94 als «Anbau». Die Villa im klassizistischen Stil ist durch eine Laube mit der alten Burghalde verbunden. Johann Jakob Bär war der Erbauer der neuen Burghalde. Es folgte die Ära Ringier und darauf die Ära Ziegler. Der bekannteste Burghaldenbewohner war sicherlich der Jurist und Nationalrat Johann Rudolf Ringier-Fischer.
Heute ist die Baugruppe, zu der auch das Kutscherhaus und das Hirzelhaus gehören, im Besitz der Ortsbürgergemeinde Lenzburg. Die Bel Etage wird für repräsentative Anlässe genutzt, das Erdgeschoss steht der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann gemietet werden.
Literatur zur Sammlungs- und Hausgeschichte:
- Heiner Halder, Eine Zukunft für unsere Vergangenheit. 25 Jahre Museum Burghalde Lenzburg, in: Lenzburger Neujahrsblätter 2011.
- Heidi Neuenschwander, Die Burghalde und ihre drei letzten privaten Besitzer, Lenzburg 1998.




