Der Triumph der Religion in den Künsten

29. September 2018 bis 30. März 2019

Als Scharnierstück von westlicher zur östlichen Glaubenswelt zeigt das Ausstellungsfenster Eingangs des wieder eröffneten Ikonenmuseums einen Kupferstich samt Original-Druckplatte (um 1840) aus der Sammlung des Museum Burghalde und verweist bereits mit dem Titel auf einen Typus der Ikonenmalerei.

An die hundert Künstler, bibliche Gestalten, Kaiser, Papst und Mönche sind versammelt und huldigen der Mutter Gottes mit dem Jesuskind. Überhöht thronen letztere über dem Brunnen mit dem Wasser des ewigen Lebens.

Das beinahe 15m2 grosse Monumentalgemälde von Friedrich Overbeck, 1840 für das Städel Museum in Frankfurt fertig gestellt, diente in einer Vorversion Samuel Amsler als Grundlage für diesen Kupferstich. Overbeck selbst strebte mit seinem Künstlerkreis der "Nazarener" nach der italienischen Renaissance und plädierte für die Wiederauferstehung einer rein christlichen Malerei.

Erinnern an den Ikonentypus "Synaxis" - die Festversammlung der Gottesmutter - fügt sich das Bild die Arbeit als Mittlerwerk zwischen Ost und West, profaner und sakraler Kunst, Unikat und serieller Herstellung vortrefflich in den Ausstellungskontext des Museum Burghalde ein; umso mehr, als dass der Schinznacher Samuel Amsler, Professor der Kupferstechkunst und Mitglied der Akademie der bildenen Künste in München, ein Jugendfreund des Burghaldenbesitzers Johann Rudolf Ringier (1797-1879) war und die Druckplatte dadurch in die Sammlung gelangte.

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