Juri Gagarin - Ikone der Raumfahrt

7. April 2019 bis 10. August 2020

Ikonengleich findet sich das Porträt des russischen Kosmonauten Juri Gagarin (1934-1968) auf Lackminiaturen, Postkarten, Medaillen und Briefmarken.

Der Mondlandung vor 50 Jahren geht eine mehrjährige Phase der Visionen, Erkundungen und Teilerfolge voraus. Im Jahr 1960 wird Juri Alexejewitsch Gagarin (1934-1968) als erster Kosmonaut für eine Mission ins All ausgewählt. Am 12. April 1961 absolviert der 27-jährige Pilot mit dem Raumschiff Wostok 1 seinen spektakulären Raumflug und geht mit seiner Erdumrundung in 108 Minuten als Held der Sowjetunion in die Geschichtsbücher ein. Sein Konterfei findet sich ikonengleich auf wertvollen russischen Lackminiaturen, Postkarten, Medaillen und Briefmarken. In Form einer Pop Up-Ausstellung zeigt das Ikonenmuseum ausgewählte Exponate und gibt Einblick in den Kult um den Helden der Sterne.

Die Entzauberung des Himmels

Mit Gagarins Flug in den Kosmos sind in räumlicher aber auch in weltanschaulicher und religiöser Hinsicht Grenzen überschritten worden. Die Sowjetregierung war sich dessen bewusst und nutzte das Ereignis für eine antireligiöse Kampagne. Man war in „göttliche Sphären“ vorgedrungen; dadurch liessen sich abergläubische Vorstellungen überwinden und der Gegensatz zwischen Himmlischem und Irdischem auflösen. Die Eroberung des Kosmos macht die Technik zur Schöpferin eines neuen Lebens und der siegreiche Kampf gegen die himmlischen Naturgewalten macht den Menschen gottgleich. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Gagarin von der Presse häufig als Titan (in Anlehnung an den Titanen Prometheus, eine Gestalt der griechischen Mythologie, der den Göttern das Feuer entwendete und es den Menschen brachte), bezeichnet wurde.

Doch als Nationalsymbol überlebt Gagarins lächelndes Konterfei, das schon zu Lebzeiten unsterbliche Züge angenommen hatte. Auffällig ist ausserdem das visuelle Erscheinungsbild des jungen Piloten. Mit seinem runden Helm erinnert die Darstellung an eine Heiligenfigur mit Aura in der russischen Ikonenmalerei. Gottgleich wurde der erste Mensch im All bejubelt, als „Sohn des Kosmos“ in seiner Himmelfahrt verehrt, geliebt als Mensch wie du und ich. Und es scheint, als ob gerade seine Einfachheit bewies, dass er Auserwählter war.

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